Braunbuch

Diplomaten Ribbentrops im Auswärtigen Dienst Bonn

Hitlers 5. Kolonne-Bonner Revanchistenführer

Ammerling, Rudolf

vor 1945: SS-Führer beim Befehlshaber der Sicherheitspolizei in Prag

nach 1945: Bezirksgeschäftsführer der „Sudetendeutschen Landsmannschaft“ (SL) Oberfranken; Kreisobmann der SL in Bayreuth und Mitglied des „Witikobundes“

Asbach, Hans-Adolf

vor 1945: 1933 NSDAP; NSDAP-Gauwalter der Deutschen Arbeitsfront in Stettin (Szczecin); Kreishauptmann im besetzten Polen

nach 1945: Bis 1957 Sozialminister in Schleswig-Holstein; Funktionär des EHE in Schleswig-Holstein; Mitglied des Parteipräsidiums GB/BHE; war lange Zeit Vorsitzender der „Pommerschen Landsmannschaft“

Aschenbrenner, Viktor, Dr.

vor 1945: Mitglied der Henlein-Partei, Sekretär des „Deutschen Kulturverbandes“ und 1937 Leiter der „Sudetendeutschen Stelle“, beides Spionage-Tarnorganisationen; im Hitlerkrieg Gauwart der faschistischen Organisation „Kraft durch Freude“

nach 1945: Regierungsrat der Hessischen Landesregierung; Mitglied der Bundesversammlung der „Sudetendeutschen. Landsmannschaft“; Vorsitzender des „Kulturausschusses“

Babenzien, Friedrich

vor 1945: 1932 NSDAP; Redakteur des Mitteilungsblattes der NSDAP „Westhavelländische Tageszeitung“; NS-Kreispressewart

nach 1945: Funktionär der „Landsmannschaft Berlin-Mark-Brandenburg“

Bartl, Ernst

vor 1945: Funktionär der NSDAP-Kreisleitung Eger; zweiter NS-Bürgermeister von Eger (Cheb)

nach 1945: Herausgeber des Blattes „Der Egerländer“; im Führungsstab „Arbeitsgemeinschaft sudetendeutscher Turner“

Becher, Walter, Dr.

vor 1945: Journalist des NS-Gauorgans „Die Zeit“ in Reichenberg (Liberec); an Judenverfolgung im Sudetengebiet beteiligt; PK-Kriegsberichterstatter

nach 1945: Generalsekretär des „Sudetendeutschen Rates“; Referent für Öffentlichkeitsarbeit im Bundesvorstand der „Sudetendeutschen Landsmannschaft“; ausgezeichnet mit Bayrischem Verdienstorden; CSU-Bundestagsabgeordneter; Sprecher der „Sudetendeutschen Landsmannschaft“

Bierschenk, Theodor

vor 1945: Mitverfasser einer Liste polnischer Journalisten aus Litzmannstadt (Lodz), die Anfang November 1939 von der Gestapo ermordet wurden

nach 1945: Leiter der „Heimatauskunftsstelle Polen II“ in Niedersachsen und Pressereferent der „Landsmannschaft Weichsel-Warthe“

Böhm, Franz, Dr.

vor 1945: Sekretär Henleins; Vorsitzender des Gaugerichtes der NSDAP-Gauleitung Reichenberg (Liberec)

nach 1945: Vorsitzender der „Sudetendeutschen Landsmannschaft“; Mitglied des BdV-Präsidiums

Böhmert, Kurt

vor 1945: NS-Amtsgerichtsrat; Vorsitzender des Kreisgerichtes der NSDAP Jüterbog-Luckenwalde

nach 1945: Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der „Heimatkreisbetreuer“ der „Landsmannschaft Berlin-Mark-Brandenburg“

Böse, Ossi

vor 1945: Führer der „Sudetendeutschen Jugend“; Gefolgsmann Henleins

nach 1945: Bundes Jugendführer der „Deutschen Jugend des Ostens“

Bornemann, Felix

vor 1945: Kreisleiter der NSDAP in Znaim; seit 1938 Mitglied des faschistischen Reichstages

nach 1945: „Heimatkreisbetreuer“ aller in Westdeutschland lebenden ehemaligen Umsiedler aus dem Kreis Znaim

Brand, Walter, Dr.

vor 1945: Leiter der Kanzlei und außenpolitischer Experte Henleins; Vorstandsmitglied des faschistischen „Kameradschaftsbundes“; Generalreferent für den Göringschen Vierjahrplan im okkupierten Sudetenland; SA-Sturmführer

nach 1945: Vorstandsmitglied des „Witikobundes“; Referent für rechtliche Grundsatzfragen im Bundesvorstand der „Sudetendeutschen Landsmannschaft“; Mitglied des „Sudetendeutschen Rates“

Brehm, Fritz

vor 1945: SS-Obersturmbannführer; hauptamtlicher SS-Führer beim „Reichskommissar für die Festigung des deutschen Volkstums“; Träger des „Totenkopfringes“ und des .Goldenen Ehrenzeichens der NSDAP“

nach 1945: Vorstandsmitglied des „Witikobundes“ und der „Sudetendeutschen Landsmannschaft“

Breuer, Emil

vor 1945: Ortsgruppenleiter der NSDAP in Reichenberg (Liberec); Mitorganisator des „Sudetendeutschen Freikorps“ - der Henlein-SS; 1941 im Direktorium der Sparkasse in Litzmannstadt (Lodz); Kriegsverdienstkreuz

nach 1945: Von einem Gericht der ČSR verurteilt; Bundeswirtschaftsreferent im Bundesvorstand der „Sudetendeutschen Landsmannschaft

Christ, Hans, Dr.

vor 1945: Bannführer der Hitlerjugend in Ungarn

nach 1945: Kulturreferent der „Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn“; Führer der Bundesgruppe der „Ungarn-Deutschen“

David, Herbert, Dr.

vor 1945: Mitarbeiter Henleins; Leiter des Rechtsamtes der NSDAP-Gauleitung Reichenberg (Liberec), seit 1938 Mitglied des faschistischen Reichstages; NS-Oberlandesgerichtspräsident in Leitmeritz (Litomerice); verantwortlich für das dortige Sondergericht; SS-Oberführer

nach 1945: Mitglied im Landesvorstand der „Sudetendeutschen Landsmannschaft“ in Niedersachsen

Delphendahl, Heinrich

vor 1945: Redakteur der Nazi-Presse; NS-Bürgermeister von Gotha und Rudolstadt; Vorsitzender des Kreisgerichtes der NSDAP in Gotha; Mitglied der NSDAP (Nr. 195270)

nach 1945: Vorsitzender der „Bundeslandsmannschaft Thüringen“

Domabyl, Josef :

vor 1945: Mitglied der NSDAP-Leitung im okkupierten Prag; führende Funktion in der Protektoratsverwaltung

nach 1945: Regierungsdirektor bei der Landesregierung Schleswig-Holstein; Referent für Finanzen im Bundesvorstand der „Sudetendeutschen Landsmannschaft“

Eggert, Oskar, Dr.

vor 1945: Verfasser von „Blut- und Bodenschriften“ über Mecklenburg und Pommern; Heeresstudienrat bei der faschistischen Wehrmacht

nach 1945: Mitbegründer und Sprecher der „Pommerschen Landsmannschaft“; Mitglied des Beirates beim „Vertriebenenministerium“

Essen, Werner, Dr.

vor 1945: Mitarbeiter im faschistischen Reichsinnenministerium; zusammen mit Globke an der Ausarbeitung und Durchführung der Rassengesetze beteiligt; 1941 im faschistischen Reichskommissariat „Ostland“ Abteilungsleiter und maßgebender „Germanisierungsspezialist“

nach 1945: Ministerialrat und Referatsleiter im Referat 1/5 des „Vertriebenenministeriums“; seit 1965 Ruhestand; Mitglied im „J.-G.-Herder-Forschungsrat“, einem Zentrum der imperialistischen Ostforschung

Föder, Kurt

vor 1945: Verwaltungsoberinspektor in Klingenthal und Chef der Ortspolizei; lieferte Antifaschisten in die KZ; nach dem Überfall auf Polen Distriktgouverneur; 1932 NSDAP

nach 1945: Regierungsoberinspektor im Referat HI/4 des „Vertriebenenministeriums“

Foltinek, Lothar

vor 1945: Redakteur des NS-Gauorgans „Die Zeit“ in Reichenberg (Liberec)

nach 1945: Bis 1967 Chefredakteur der „Sudetendeutschen Zeitung“; Mitglied im Bundesausschuß für Presse und Information der „Sudetendeutschen Landsmannschaft“

Frank, Ernst

vor 1945: Kreishauptamtsleiter der NSDAP in Karlsbad (Karlovy Vary); Herausgeber faschistischer Zeitungen und Broschüren in der ČSR; Bruder des Kriegsverbrechers K. H. Frank

nach 1945: Redakteur der Zeitung „Wegweiser für Heimatvertriebene“ und des „Sudetendeutschen Turnerbriefes“; Mitglied des „Witikobundes“

Franke, Gotthard

vor 1945: Landrat und Politischer Leiter der NSDAP in Groß-Kunetitz und Freiwaldau (Frywaldov)/ČSR

nach 1945: Minister für Wirtschaft und Verkehr in Hessen; Stellvertretender Bundesvorsitzender GB/BHE, Präsidiumsmitglied des „Witikobundes“

Gaksch, Franz

vor 1945: Verwaltungsführer im Umsiedlerkommando Graz der SS-Organisation „Volksdeutsche Mittelstelle“

nach 1945: CSU-Landtagsabgeordneter und Verwaltungschef des Landtages Bayern; Vorsitzender der „Union der Vertriebenen“ in der CSU

Gille, Alfred, Dr.

vor 1945: NS-Bürgermeister in Lötzen; Mitglied der NSDAP-Gauleitung Ostpreußen

nach 1945: Sprecher der „Landsmannschaft Ostpreußen“ bis 1966; Landesvorsitzender des „Bundes der Vertriebenen“ in Schleswig-Holstein; Stellvertretender Vorsitzender der neonazistischen „Gesamtdeutschen Partei“

Gödel, Johannes, Dr.

vor 1945: Seit 1933 Angehöriger der SS; 1941 SS-Untersturmführer im SD

nach 1945: Regierungsdirektor im Niedersächsischen „Vertriebenenministerium“, Leiter der Zentralgruppe, Vorsitzender der „Landsmannschaft Schlesien“, Gruppe Hannover

Götz, Hermann, Dr.

vor 1945: Mitarbeiter des faschistischen Geheimdienstes in der ČSR, dafür mit der „Gedenkmedaille zum 1. Oktober 1938“ ausgezeichnet

nach 1945: Bundestagsabgeordneter der CDU; Mitglied im „Sudetendeutschen Rat“

Goldschmidt, Georg, Dr.

vor 1945: Führer der faschistischen 5. Kolonne in Ungarn und Chefredakteur mehrerer Nazi-Zeitungen; Antisemit und Rassenhetzer

nach 1945: Stellvertretender Referent II/5 des „Vertriebenenministeriums“

Graebe, Horst

vor 1945: Aktive Betätigung in der faschistischen 5. Kolonne in Polen, „Deutsche Vereinigung“, Nazi-Amtsgerichtsrat im okkupierten Wrzesnia

nach 1945: Ministerialrat und Leiter des Referates I/1 des „Vertriebenenministeriums“

Groeben, Karl von der

vor 1945: 1932 NSDAP; politischer Leiter; von 1936-1943 Landrat in Insterburg (Tschernjachowsk); 1943 in die faschistische Verwaltung in Lomscha versetzt

nach 1945: Vorsitzender der Landesgruppe Rheinland-Pfalz der „Landsmannschaft Westpreußen“; bis 31. März 1964 Oberregierungsrat und Leiter der Abteilung V (Landesflüchtlingsverwaltung und Kriegsfolgenhilfen) im Sozialministerium Rheinland-Pfalz

Guthsmuths, Willi, Dr.

vor 1945: SA-Hauptsturmführer; SS-Sturmbannführer; Verwaltungsdirektor der „Sudetendeutschen Bergbau AG“ in Brüx (Most)

nach 1945: Vorstandsmitglied des „Witikobundes“; Staatssekretär im Bayrischen Ministerium für Wirtschaft und Verkehr a.D.; ausgezeichnet mit dem Großen Bundesverdienstkreuz des Verdienstordens mit Schulterband

Hacker, Gustav

vor 1945: Gründer des „Bundes der deutschen Landjungen“ in der ČSR; führte als Spitzenakteur der SdP den „Bund der Landwirte“ der Henlein-Partei zu. Mitarbeiter im Landwirtschaftsministerium im okkupierten Prag

nach 1945: Hessischer Landwirtschaftsminister; Vorstandsmitglied des „Bauernverbandes der Vertriebenen“; Präsidiumsmitglied des „Witikobundes“

Hamm, Franz

vor 1945: Gehörte zu den Führern der 5. Kolonne in Jugoslawien; politischer Beauftragter der Nazi-Volksgruppenführung für den südslawischen Staat; leitete die Fraktion der NSDAP im ungarischen Parlament

nach 1945: Leiter des Referats II/3 im „Vertriebenenministerium“

Hanely, Ernst von

vor 1945: Redakteur an dem Nazi-Gauorgan „Die Zeit“ in Reichenberg (Liberec)

nach 1945: Verlagsleiter der „Sudetendeutschen Zeitung“

Härtig, Ernst

vor 1945: Aktives NSDAP-Mitglied (Nr. 858977); war schon 1932 Blockleiter in Gera-Ost

nach 1945: Geschäftsführer der „Vereinigten Landsmannschaften Mitteldeutschlands“; Vorsitzender der Landesgruppe Niedersachsen der „Landsmannschaft Thüringen“

Hergl, Walter, Dr.

vor 1945: SS-Hauptsturmführer bei der Sicherheitspolizei in Prag

nach 1945: Regierungsdirektor; Leiter des Ministerbüros und der Pressestelle im Bayrischen Arbeitsministerium (dieses Ministerium ist für die Förderung des Revanchismus in Bayern verantwortlich)

Höller, Franz

vor 1945: Gaupropagandaleiter der NSDAP in der Gauleitung Sudetenland; 1933 SS; Leiter des faschistischen Reichspropagandaamtes Sudetenland und der Landeskulturkammer

nach 1945: Chefredakteur des Hessischen BdV-Organs „Wegweiser für Heimatvertriebene“

Höss, Konstantin

vor 1945: NSDAP-Kreisleiter im okkupierten Prag; Führer der faschistischen „Karpatendeutschen Partei“; Führer im „Sudetendeutschen Freikorps“ - der Henlein-SS

nach 1945: Vorstandsmitglied des „Witikobundes“ Geschäftsführer des „Verbandes heimatvertriebener Verleger e. V.“ -Dachorganisation für 350 revanchistische Zeitungen mit einer Gesamtauflage von etwa zwei Millionen

Illing, Paul

vor 1945: 1923 NSDAP; SA; führender Akteur der faschistischen 5. Kolonne in der ČSR; organisierte den Aufbau der SS in den okkupierten Sudetengebieten; Landrat in Leitmeritz (Litomerice); Stabsleiter der NSDAP-Gauleitung Reichenberg (Liberec); SS-Obersturmbannführer; mit „Goldenem Ehrenzeichen der NSDAP“, „Totenkopfring“ und „Ehrendegen des Reichsführers SS“ dekoriert

nach 1945: Bundesgeschäftsführer der „Sudetendeutschen Landsmannschaft“ und Sekretär der „Bundesversammlung“; Mitglied des Beirates beim „Vertriebenenministerium“

Jahn, Hans-Edgar, Dr.

vor 1945: HJ- und NSDAP-Führer; NS-Führungsoffizier

nach 1945: Vorstandsmitglied der „Pommerschen Landsmannschaft“; Herausgeber militaristischer Schriften; Präsident der „Arbeitsgemeinschaft demokratischer Kreise“ - einer antikommunistischen Hetzorganisation; CDU-Bundestagsabgeordneter

Jahn, Rudolf, Dr.

vor 1945: Gauhauptstellenleiter im Sudetenland; SA-Standartenführer

nach 1945: Vorstandsmitglied des „Witikobundes“; Redakteur der „Blätter deutscher Gildenschaften“

Jaschek, Felix, Dr.

vor 1945: Propagandist der Henlein-Partei; ab 1938 Agent des faschistischen Nachrichtendienstes in der ČSR; mitbeteiligt an Vorbereitung und Durchführung der Okkupation der ČSR

nach 1945: Rechtsanwalt in Bremen; Mitglied der Bundesversammlung der „Sudetendeutschen Landsmannschaft“

Jungschaffer, Karl

vor 1945: Führender Funktionär der Henlein-Partei; Redakteur des Nazi-Gauorgans „Die Zeit“ in Reichenberg (Liberec)

nach 1945: Verlagsleiter des „Vertriebenen-Anzeigers“ und der Zeitschrift „Wehr und Heimat“

Karmasin, Franz

vor 1945: Seit 1926 führender Akteur der 5. Kolonne in der Slowakei; 1937 Stellvertreter Henleins; Staatssekretär unter der faschistischen Tiso-Regierung in der Slowakei und Nazi-Volksgruppenführer; SA-Brigadeführer, SS-Hauptsturmführer

nach 1945: Geschäftsführer des „Witikobundes“; Mitglied des „Sudetendeutschen Rates“; Mitglied der Bundesversammlung der „Sudetendeutschen Landsmannschaft“

Keil, Theo

vor 1945: SA-Standartenführer; Leiter des NS-Gauamtes für Erziehung der NSDAP-Gauleitung Reichenberg (Liberec); Hauptleitungsmitglied des „Deutschen Kulturverbandes“ - einer 5. Kolonne in der ČSR; Hauptleitungsmitglied des faschistischen „Bundes der Deutschen“

nach 1945: Herausgeber des „Sudetendeutschen Erzieherbriefes“; führend in der Ostkunde tätig

Kiesewetter, Anton

vor 1945: Schatzmeister und Finanzexperte der Henlein-Partei; Direktor der „Kreditanstalten der Deutschen“ in Reichenberg (Liberec); maßgeblich an der Ausplünderung der ČSR beteiligt; Landesobmann der „Reichsgruppe Banken“ im Sudetenland

nach 1945: Wirtschaftsexperte und Mitglied der „Bundesversammlung“ der „Sudetendeutschen Landsmannschaft“; Pensionär nach dem 131er Gesetz zur Versorgung von Nazi-Akteuren und NS-Verbrechern

Kohnert, Hans, Dr.

vor 1945: Seit 1935 Vorsitzender der „Deutschen Vereinigung“ - einer faschistischen Organisation der deutschen Minderheit in Polen; verantwortlich für Provokationen vom 3. September 1939 (Bromberger Blutsonntag) in Bydgoszcz; SS-Oberführer; „Landesbauernführer“ im „Reichsgau Warteland“; Träger des „Goldenen Ehrenzeichens der NSDAP“

nach 1945: Vorstandsmitglied der „Landsmannschaft Westpreußen“

Köllner, Fritz, Dr.

vor 1945: Enger Mitarbeiter Henleins; Organisationsleiter der sudetendeutschen Nazi-Partei; 1938 Führer der Gruppe „Schlesien“ des „Sudetendeutschen Freikorps“ - der Henlein-SS; Stellvertretender Gauleiter der NSDAP im Sudetenland; SA-Brigadeführer; „Reichstreuhänder der Arbeit“ für das okkupierte Sudetengebiet; verantwortlich für die Deportation tschechoslowakischer Bürger als Zwangsarbeiter in die faschistische Rüstungsindustrie; Träger des „Goldenen Ehrenzeichens der NSDAP“

nach 1945: Oberregierungsrat und Leiter des Referates V/35 im Bayrischen Arbeitsministerium

Kraft, Waldemar

vor 1945: Führender Funktionär der in Polen wirkenden faschistischen 5. Kolonne; Präsident der Landwirtschaftskammer Posen (Poznan); Mitarbeiter im Reichssicherheitshauptamt und in der Treuhandverwaltung Ost; SS-Ehrenhauptsturmführer

nach 1945: 1953-1956 Bundesminister; von 1953-1965 Mitglied des Bundestages; CDU-Ostexperte

Kraus, Silverius

vor 1945: Nazi-Amtsgerichtsrat beim Oberlandesgericht Kattowitz (Katowice), NSDAP-Blockleiter, Schulungsleiter und Hauptstellenleiter für Lehrwesen

nach 1945: Oberregierungsrat und Leiter des Referates II/1 des „Vertriebenenministeriums“

Krautwig, Karl-Ludwig

vor 1945: Oberkriegsgerichtsrat; Oberfeldrichter; er war aktives Mitglied der SA

nach 1945: Staatssekretär im „Bundesministerium für Gesamtdeutsche Fragen“; seit 1965 „Bevollmächtigter“ der Bundesregierung in Westberlin; Mitglied im Forschungsbeirat des „Gesamtdeutschen“ Ministeriums

Krüger, Hans, Dr.

vor 1945: Teilnehmer am Hitlerputsch gegen die Weimarer Republik 1923; aktives Mitglied der Nazi-Partei und verschiedener Nazi-Organisationen; „Stellvertreter in erster Linie“ beim Sondergericht im okkupierten Konitz (Chojnice); fällte mehrere Todesurteile gegen polnische Bürger; in den ersten Wochen seiner Tätigkeit wurden 2000 in Krügers Amtsgefängnis in Konitz eingekerkerte Polen ermordet

nach 1945: 1958-1963 Präsident des BdV; von Erhard 1963 als „Vertriebenen“-Minister ins Kabinett berufen; mußte auf Grund der DDR-Enthüllungen über seine Nazi-Vergangenheit schon nach drei Monaten wieder entlassen werden; CDU-Bundestagsabgeordneter bis 1965

Lange, Heinz, Dr.

vor 1945: HJ-Gebietsführer und aktives NSDAP-Mitglied im Sudetenland; Waffen-SS

nach 1945: Vorsitzender des „Witikobundes“; Mitglied des „Sudetendeutschen Rates“; FD P-Abgeordneter im Landtag von Nordrhein-Wesfalen

Lemmer, Ernst

vor 1945: Stimmte als Reichstagsabgeordneter dem Ermächtigungsgesetz Hitlers zu; als Generalsekretär des „Gewerkschaftsringes“ schaltete er diese Gewerkschaft mit der DAF gleich; denunzierte als Auslandsjournalist demokratische Kollegen; enge Zusammenarbeit mit Reichssicherheitshauptamt, Goebbels-Ministerium und Auswärtigem Amt; verherrlichte in mehr als 2000 Artikeln die Eroberungs- und Ausrottungspolitik des Faschismus; wurde mit Sonderaufträgen vom Goebbels-Ministerium und vom Auswärtigen Amt betraut

nach 1945: Minister in der Adenauerund Erhard-Regierung; von 1963-1966 „Vertriebenen“-Minister

Leukert, Edmund

vor 1945: Aktives Mitglied der sudetendeutschen Nazi-Partei; Abteilungsleiter in der Gauwirtschaftskammer Sudetenland

nach 1945: Vorsitzender des „Hauptausschusses für Flüchtlinge und Ausgewiesene“ in Bayern

Maier, Erich

vor 1945: Redaktionschef des Nazi-Gau- Organs „Die Zeit“ in Reichenberg (Liberec)

nach 1945: Chefredakteur des „Vertriebenenanzeigers“ und des „Deutschen Anzeigers“; Herausgeber der militaristischen Monatsschrift „Wehr und Heimat“

Maurach, Bruno, Dr.

vor 1945: 1931 NSDAP; 1933 SS; Oberregierungsrat und Leiter der Gruppe „Presse“ im Goebbels-Ministerium

nach 1945: Oberregierungsrat des „Vertriebenenministeriums“; seit 1965 im „gesamtdeutschen“ Ministerium

Menzel, Wilhelm

vor 1945: Nazi-Pädagoge an der Hochschule für Lehrerbildung in Breslau (Wroclaw); Gauredner der NSDAP

nach 1945: Kulturreferent der „Landsmannschaft Schlesien“; Abgeordneter der „Schlesischen Landesversammlung“

Metzner, Adolf

vor 1945: Kreisleiter der NSDAP in Dux (Duchov); Leiter der faschistischen Spionage gegen die ČSR; Gaubevollmächtigter für Schulung in der DAF

nach 1945: Präsidiumsmitglied der „Sudetendeutschen Landsmannschaft“

Mühlen, Heinrich von zur, Dr.

vor 1945: Regierungsrat im Auswärtigen Amt; enger Mitarbeiter des berüchtigten Geopolitikers und VDA-Präsidenten Karl Haushofer; mit „Sonderaufgaben“ betraut, deshalb u. k. gestellt

nach 1945: Mitarbeiter im Referat II/3 des „Vertriebenenministeriums“

Müller-Wurll, Heinz

vor 1945: SS-Offizier im SD des SS-Oberabschnittes Nord

nach 1945: Landesgruppenvorsitzender der „Landsmannschaft Berlin-Mark-Brandenburg“

Nehring, Walter

vor 1945: Faschistischer Panzergeneral; gab beim Überfall auf die Sowjetunion den Befehl, keine Gefangenen zu machen; für barbarische Kriegführung von Hitler hoch dekoriert

nach 1945: Stellvertretender Vorsitzender der „Landsmannschaft Westpreußen“, Vorsitzender des „Rhein-Ruhr-Klubs“

Neuwirth, Hans, Dr.

vor 1945: Führender Akteur der sudetendeutschen Nazi-Partei; verteidigte als Rechtsanwalt faschistische Provokateure; entwarf Pläne zur völligen Vernichtung des tschechischen Volkes; „arisierte“ jüdische Unternehmen und bereicherte sich persönlich daran

nach 1945: Mitglied des „Sudetendeutschen Rates“; Vorsitzender des Rechtsausschusses und Mitglied des Presseausschusses der „Bundesversammlung“ der „Sudeten-deutschen Landsmannschaft“; Geschäftsführer der „Union der Vertriebenen“ in der CSU und Sekretär des „Collegium Carolinum“ - eines Zentrums der imperialistischen Ostforschung

Niffka, Georg

vor 1945: Referent in der Regierung des faschistischen Generalgouvernements in Polen

nach 1945: Aktives Mitglied der „Landsmannschaft Oberschlesien“ des „Kuratoriums unteilbares Deutschland“ - dem Propagandainstrument der Bonner Regierung zur Annexion der DDR; führendes Mitglied der neonazistischen „Gesamtdeutschen Partei“

Oberländer, Theodor, Prof. Dr.

vor 1945: Teilnehmer am Hitlerputsch gegen die Weimarer Republik; nach 1933 steile Karriere als faschistischer Ostexperte. „Bundesleiter“ des BDO; führender Ideologe der faschistischen 5. Kolonne, der Ostexpansion und der Ausrottungspolitik gegen die osteuropäischen Völker; als Führer von Sondereinheiten für Massenmorde in Lemberg (Lwow) und anderen sowjetischen Städten verantwortlich

nach 1945: Von 1953-1960 „Vertriebenen“-Minister; vom Obersten Gericht der DDR wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt; dadurch zum Rücktritt gezwungen; lebt unbehelligt in Westdeutschland; Mitglied der CDU-Fraktion des Bundestages bis 1965

Ohmann, Franz, Dr.

vor 1945: Mitglied der sudetendeutschen Nazi-Partei und des „Freiwilligen-Schutzdienstes“ - einer SS-Organisation Henleins; Mitarbeiter der Gestapo-Leitstelle Prag; dort war er zur Verfolgung von Antifaschisten und jüdischen Bürgern eingesetzt

nach 1945: Stellvertretender Vorsitzender der „Sudetendeutschen Landsmannschaft“; Mitglied des „Sudetendeutschen Rates“ und der Bundesversammlung der „Sudetendeutschen Landsmannschaft“

Otto, Egbert

vor 1945: Nazi-Landesbauernführer; Mitglied des faschistischen Reichstages; Mitglied des „Reichsbauernrates“; Leiter der Hauptabteilung II im Verwaltungsamt des Reichsnährstandes; enger Mitarbeiter des Kriegsverbrechers Darre

nach 1945: Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der „Landsmannschaft Ostpreußen“

Otto, Hans-Werner, Dr.

vor 1945: 1932 NSDAP, Kreisamtsleiter; faschistischer Landrat in Österreich und in den besetzten Ostgebieten

nach 1945: Staatssekretär im Innenministerium von Schleswig-Holstein

Pfluger, Karl, Dr.

vor 1945: Mitglied der sudetendeutschen Nazi-Partei; NSDAP; SS; Mitarbeiter des faschistischen Geheimdienstes; an Vorbereitung und Durchführung der Okkupation der ČSR beteiligt

nach 1945: Stadtsyndikus in Regensburg; Mitglied der Bundesversammlung und des Präsidiums der .Sudetendeutschen Landsmannschaft“

Pleite, Hans, Dr.

vor 1945: SA; NSDAP; Oberstabsfrontführer der Organisation Todt - Einsatzgruppe Kyffhäuser

nach 1945: Zweiter Vorsitzender der „Bundeslandsmannschaft Thüringen“

Pozorny, Reinhard

vor 1945: Führendes Mitglied des tschechenfeindlichen „Deutschen Kulturverbandes“; Kulturfachmann in der NSDAP-Gauleitung Reichenberg (Liberec); Stadtdirektor in Pilsen (Plzen); Gauredner der NSDAP, Gestapo-Spitzel

nach 1945: Redakteur der „Sudetendeutschen Zeitung“; führendes Mitglied des „Kulturausschusses“ der „Sudetendeutschen Landsmannschaft“

Richthofen, Bolko Freiherr von, Prof.

vor 1945: Faschistischer Prähistoriker; Antisemit; denunzierte mehrere Wissenschaftler bei Nazi-Behörden; Sonderbeauftragter im Spionagedienst beim Oberkommando des Heeres (OKH), Abteilung „Fremde Heere Ost“; Durchhaltefanatiker

nach 1945: „Bundeswissenschaftsberater“ der „Schlesischen Landsmannschaft“

Samulski, Robert, Dr.

vor 1945: Nazi-Rassen- und SS-Sippenforscher in Schlesien

nach 1945: Führender Akteur der „Landsmannschaft Schlesien“ in Nordrhein-Westfalen

Sandner, Rudolf

vor 1945: SA-Standartenführer; Hauptleitungsmitglied der Henlein-Partei; Gauamtsleiter für Presse; Gauleitungsmitglied der NSDAP Reichenberg (Liberec)

nach 1945: Vorstandsmitglied des „Witikobundes“; Bundesorganisationsleiter des BHE

Schellhaus, Erich

vor 1945: NS-Bürgermeister von Bad Salzbrunn (Szczawno Zdröj)

nach 1945: Präsidiumsmitglied des „Bundes der Vertriebenen“; Sprecher der „Landsmannschaft Schlesien“; Minister in Niedersachsen a. D.

Schlünder, Ernst, Dr.

vor 1945: Obergebietsführer der Hitlerjugend; Hauptamtschef in der Reichs Jugendführung

nach 1945: Vorstandsmitglied des „Witikobundes“; Oberregierungsrat und Persönlicher Referent des Hessischen Staatsministers Franke

Schubert, Leo

vor 1945: Eines der ersten Mitglieder der Nazi-Partei (Nr. 87); Mitglied des faschistischen Reichstages; SS-Standartenführer; für Verdienste bei der Vorbereitung der Annexion des Sudetenlandes erhielt er u. a. den „Ehrendegen des Reichsführers SS“ und das „Goldene Ehrenzeichen der NSDAP“

nach 1945: Landesvorsitzender der „Sudetendeutschen Landsmannschaft“ in Nordrhein-Westfalen

Schulpig, Hans

vor 1945:1929 NSDAP; 1931 SS; zuletzt SS-Standartenführer im SS-Personal-Hauptamt; Träger des „Totenkopfringes“ und des .Ehrendegens des Reichsführers SS“

nach 1945: Leitartikler des Zentralorgans der „Schlesischen Landsmannschaft“, „Der Schlesier“

Schwarz, Sepp

vor 1945: Hauptstellenleiter im Schulungsamt der Gauleitung Sudetenland

nach 1945: Vizepräsident der sudetendeutschen Bundesversammlung

Sebekovsky, Wilhelm

vor 1945: Mitbegründer der Henlein-Partei; SA-Brigadeführer; Regierungspräsident in Karlsbad (Karlovy Vary); Beisitzer am „Volksgerichtshof“

nach 1945: Gründungsmitglied des „Witikobundes“; Mitglied der Redaktion „Blätter deutscher Gildenschaften“ (inzwischen verstorben)

Seebohm, Hans-Christoph, Dr.-Ing.

vor 1945: Beteiligt an der „Arisierung“ jüdischer Bergbauunternehmen nach der Okkupation der ČSR, erhielt führende Posten in den Vorständen mehrerer „entjudeter“ Unternehmen

nach 1945: Dienstältester Bundesminister; Sprecher der „Sudetendeutschen Landsmannschaft“; als ehemaliger Präsident der Industrie- und Handelskammer Braunschweig an Unterschlagungen von 70000 DM beteiligt (1967 verstorben)

Seiboth, Frank (früher Franz)

vor 1945: SS-Hauptsturmführer; Gauhauptstellenleiter; Gauschulungsleiter; HJ-Gebietsführer im Sudetenland; Mitglied der NSDAP-Gauleitung Reichenberg (Liberec)

nach 1945: Mitglied des Bundesvorstandes der „Sudetendeutschen Landsmannschaft“; Vorsitzender der neonazistischen „Gesamtdeutschen Partei“

Senteck, Rudolf

vor 1945: Oberregierungsrat; SS-Unterscharführer; ab 1939 im Stab des SS-Rasse- und Siedlungshauptamtes

nach 1945: Ministerialdirigent; Leiter der Abteilung IV im „Vertriebenenministerium“; Mitglied im Forschungsbeirat des „Gesamtdeutschen“ Ministeriums

Smagon, Albert

vor 1945: Kreisleiter der NSDAP in Tschechisch-Teschen (Cesky Tesin); Gesandtschaftsrat in Preßburg (Bratislava); SS-Obersturmbannführer

nach 1945: Verlagsleiter des „Ost-West-Kuriers“; Präsidiumsmitglied der „Sudetendeutschen Landsmannschaft“ und des „Witikobundes“ (inzwischen verstorben)

Springorum, Walter

vor 1945: Regierungspräsident in Kattowitz (Katowice); arbeitete eng mit dem Kommandanten des Vernichtungslagers Auschwitz, Höss, zusammen

nach 1945: Aktives Mitglied der „Landsmannschaft Pommern“; Aufsichtsratsmitglied des Hoesch-Konzerns

Staffen, Rudolf

vor 1945: Sonderbevollmächtigter der Gestapo in Prag; engster Mitarbeiter Henleins; Mitglied der NSDAP-Gauleitung Reichenberg (Liberec), Gauamtsleiter für Kriegsopfer

nach 1945: Referent im Bundesvorstand der „Sudetendeutschen Landsmannschaft“ (inzwischen verstorben)

Stain, Walter

vor 1945: Leiter der HJ im Sudetenland; Mitglied des „Sudetendeutschen Freikorps“ - der Henlein-SS

nach 1945: Viele Jahre Arbeitsminister in Bayern; Vorstandsmitglied der „Sudetendeutschen Landsmannschaft“; Spitzenakteur des „Witikobundes“

Steinbichl, Wolfgang, Dr.

vor 1945: Stellvertretender Pressechef im faschistischen Auswärtigen Amt

nach 1945: Redakteur des „Wegweiser für Vertriebene“; Präsidiumsmitglied der „Sudetendeutschen Landsmannschaft“

Sting, Heinz

vor 1945: 1927 Bezirks- und Ortsgruppenleiter der NSDAP; 1933 leitender Beamter im preußischen Justizministerium; als Bürgermeister von Nordhausen verantwortlich für antisemitische Exzesse; ab 1939 Regierungsdirektor im Staatsministerium Braunschweig

nach 1945: Leiter der Unterabteilung I/c beim Regierungspräsidenten in Hannover; Regierungsdirektor; Vorsitzender der „Landsmannschaft Provinz Sachsen und Anhalt“; Vorstandsmitglied der „Vereinigten Landsmannschaften Mitteldeutschlands' (VLM); Vorsitzender der VLM-Landesgruppe Niedersachsen

Studentkowski, Konrad, Dr.

vor 1945: NSDAP-Gauhauptstellenleiter der Gau-Propagandaleitung Thüringen; erhielt höchste Auszeichnung der NSDAP-Gauleitung Thüringen

nach 1945: Vorstandsmitglied und Kulturreferent der „Landsmannschaft Thüringen“

Thedieck, Franz

vor 1945: Oberregierungsrat in Köln; ließ im Juni 1933 mehrere Kölner Antifaschisten verhaften; Reichsverteidigungsreferent; faschistischer Sonderbeauftragter, Ehrennadel des VDA (Volksbund für das Deutschtum im Ausland); Medaille für besondere Verdienste beim Überfall auf Österreich; Generalreferent bei Hitlers Militärverwaltung in Brüssel

nach 1945: 1946 wegen Fragebogenfälschung zu einem Jahr Gefängnis verurteilt; 1949 bis 1963 Staatssekretär im „Bundesministerium für Gesamtdeutsche Fragen“; Intendant des „Deutschlandfunk“

Tins, Benno, Dr.

vor 1945: NSDAP-Kreisleiter in Asch (As); an Judenverfolgungen im Sudetenland beteiligt

nach 1945: Verleger des „Sudetendeutschen Turnerbriefes“; Herausgeber des „Ascher Rundbriefes“; Mitglied der Bundesversammlung der „Sudetendeutschen Landsmannschaft“; „Heimatkreisbetreuer“ von Asch (As)

Trischler, Josef, Dr.

vor 1945: Führer der 5. Kolonne in Jugoslawien und Ungarn; Führer eines Sonderkommandos („Ordnungsgruppe“ zur Terrorisierung und Vernichtung der Bevölkerung)

nach 1945: Sprecher der „Landsmannschaft der Deutschen aus Jugoslawien“; Präsidiumsmitglied des „Bundes der Vertriebenen“

Ulitz, Otto

vor 1945: Ab 1921 Leiter des „Deutschen Volksbundes“ in polnisch Oberschlesien -einer faschistischen 5. Kolonne; zusammen mit der SS am fingierten Überfall auf den Sender Gleiwitz (Gliwice) beteiligt, dafür mit „Goldenem Ehrenzeichen der NSDAP“ dekoriert und zum Ministerialrat in Kattowitz (Katowice) ernannt

nach 1945: Sprecher der „Landsmannschaft Oberschlesien“

Ventzki, Werner

vor 1945: Gauamtsleiter der NSV, Oberbürgermeister von Litzmannstadt (Lodz); Träger des „Goldenen Parteiabzeichens der NSDAP“; verantwortlich für Deportationen von 55000 jüdischen Bürgern

nach 1945: Vertreter des „Vertriebenenministeriums“ in Westberlin; Oberregierungsrat

Wegner, Walter, Dr.

vor 1945: Funktionär der Nazi-Partei, faschistischer Bürgermeister von Ribnitz; Gestapo-Zutreiber

nach 1945: Staatssekretär im Niedersächsischen „Flüchtlingsministerium“

Welwarski, Wilhelm, Dr.

vor 1945: Hoher SA-Führer und Stabsführer unter Henlein; Nazi-Gauturnführer im Sudetenland

nach 1945: Vorsitzender der „Arbeitsgemeinschaft Sudetendeutscher Turner und Turnerinnen“

Wenzel, Rudolf

vor 1945: Persönlicher Referent des Kriegsverbrechers Henlein; ab 1935 Hauptleiter der sudetendeutschen Nazi-Partei; 1938 SS-Sturmbannführer und Mitglied des faschistischen Reichstages; für Verdienste bei der Unterdrückung des tschechoslowakischen Volkes wurde er 1940 Landrat im okkupierten Teplitz-Schönau (Teplice-Sanov); erhielt den „Totenkopfring“ sowie den „Ehrendegen des Reichsführers SS“

nach 1945: Mitarbeiter im Bundespresseausschuß der „Sudetendeutschen Landsmannschaft“

Wietersheim, Hans-Joachim von, Dr.

vor 1945: 1932-1935 hauptamtlich Persönlicher Referent des berüchtigten Chefs der Berliner SA, Ernst; zuletzt SA-Sturmbannführer; nach 1935 Mitarbeiter im IG-Farben-Konzern

nach 1945: Oberregierungsrat und Leiter des Referates I/4 des „Vertriebenenministeriums“

Willinger, Karl

vor 1945: Kreisleiter der NSDAP und Landrat in Waldenburg (Walbrzych)

nach 1945: Abgeordneter der „Schlesischen Landesversammlung“

Wohak, Heinz, Dr.

vor 1945: SS-Sturmbannführer; von Himmler mit dem „Totenkopfring“ ausgezeichnet

nach 1945: Aktives Mitglied des „Witikobundes“; Redakteur des „Handelsblattes“

Wolfrum, Gerhard, Dr.

vor 1945: 1930 SA-Hauptsturmführer; im zweiten Weltkrieg SS-Obersturmführer im Sonderkommando R der SS-Behörde „Volksdeutsche Mittelstelle“; Publizist in den .Schulungsbriefen“ des BDO

nach 1945: Oberregierungsrat und Leiter des Referates II/5 des „Vertriebenenministeriums“

Wolff, Ludwig

vor 1945: Kreisleiter der NSDAP in Litzmannstadt (Lodz); Mitglied des faschistischen Reichstages; Oberst der Gendarmerie; SS-Standartenführer im Hauptamt des „Reichskommissars für die Festigung des deutschen Volkstums“; für Unterdrückung und Vernichtung polnischer Menschen mit „Goldenem Ehrenzeichen der NSDAP“ und „Totenkopfring“ dekoriert

nach 1945: Stellvertretender Vorsitzender der „Landsmannschaft Weichsel-Warthe“

Zawadil, Walter, Dr.

vor 1945: Organisator der 5. Kolonne in der ČSR; Gaugeschäftsführer der Spionageorganisation „Verband der Auslandsdeutschen“, Hauptstellenleiter im Gaugrenzamt; Abwehrbeauftragter der NSDAP

nach 1945: Mitbegründer des „Witikobundes“; führend im juristischen Ausschuß der „Sudetendeutschen Landsmannschaft“; stellvertretender Landrat von Bayreuth

Zippelius, Friedrich, Dr.

vor 1945: Regierungspräsident und SA-Standartenführer; Mitglied der Gauleitung Reichenberg (Liberec); enge Beziehungen zu Henlein

nach 1945: Funktionär im Witikobund; Regierungspräsident z. b. V. Düsseldorf

Zoglmann, Siegfried

vor 1945: Ab 1928 in der faschistischen Jugendbewegung führend tätig; Gebietsführer der HJ; Abteilungsleiter beim Kriegsverbrecher K. H. Frank im okkupierten Prag; 1943 Waffen-SS

nach 1945: Leitender Funktionär der „Sudetendeutschen Landsmannschaft“; parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Fraktion im Bundestag


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