Braunbuch

Verstärkte Renazifizierung unter Kiesinger

Weitere Hitlergeneralstäbler rückten in die Führungsstäbe
der Bundeswehr

Beermann, Friedrich, Dr.

vor 1945: 1934 Fahnenjunker im Artillerieregiment 1; 1945 Batteriechef; Abteilungskommandeur; zuletzt Oberstleutnant

nach 1945: seit 1955 Referent für Sicherheitsfragen beim Parteivorstand der SPD; Stellvertretender Divisionskommandeur, 3. Panzergrenadierdivision; Deutscher Bevollmächtigter Nord; Brigadegeneral

Büchs, Herbert

vor 1945: Seit 1935 bei der Luftwaffe; zuletzt Generalstabsoffizier im Führerhauptquartier; einer der ständigen Teilnehmer an den Lagebesprechungen

nach 1945: Generalleutnant; Stellvertretender Generalinspekteur; Leiter der Abteilung Streitkräfte

Domröse, Lothar

vor 1945: Ordonanzoffizier bei General Blumentritt

nach 1945: 1966 Leiter der Pressestelle im Bundes„verteidigungs“ministerium; Stellvertreter des Vorsitzenden des Bundeswehr-Verbandes; Oberst i.G.; hat 1948 im Nürnberger Prozeß den Kriegsverbrecher Hoth durch Abgabe einer falschen eidesstattlichen Versicherung begünstigt

Eck, Armin

vor 1945: Im zweiten Weltkrieg Regimentsadjutant und Bataillonskommandeur; zuletzt in verschiedenen Generalstabsstellungen

nach 1945: Brigadegeneral; seit 1.4.1967 Leiter des Amtes für Sicherheit der Bundeswehr

Grashey, Helmut

vor 1945: 1939 Oberleutnant im Gebirgsjägerregiment 99; 1943 Major i.G.; 1944 Oberstleutnant i.G.

nach 1945: Brigadegeneral; seit 1966 Kommandeur der 4. Panzergrenadierdivision

Haderecker, Hermann

vor 1945: 1934 Fahnenjunker im Infanterieregiment 20; während des Krieges bei der 10. Infanteriedivision; später bei der 10. Panzergrenadierdivision; Ritterkreuz; 1945 als Oberstleutnant und Regimentskommandeur in sowjetische Gefangenschaft; als Kriegsverbrecher zu 25 Jahren Haft verurteilt

nach 1945: 1955 zur weiteren Strafverbüßung an die Bundesrepublik ausgeliefert; 1956 Eintritt in die Bundeswehr; Kommandeur der Kampftruppenschule IV in Mittenwald; Oberst

Henrici, Eberhard

vor 1945: Hauptmann bei der Nachrichtentruppe; auf der Kriegsakademie Berlin Generalstabsausbildung

nach 1945: Vorsitzender des Europäischen Ausschusses für die Koordinierung des militärischen Nachrichtenwesens in Paris; Chef der Abteilung für Fernmeldewesen und Elektronik bei SHAPE; Generalmajor

Hopffgarten, Hans Joachim von

vor 1945: Offizier der 1. Panzerdivision; Beauftragter Guderians für die Entwicklung kombinierter Aktionen von Heer und Luftwaffe

nach 1945: 1967 Kommandeur der Abteilung Streitkräfte der Führungsakademie der Bundeswehr; Brigadegeneral

Karn, Ludwig

vor 1945: Oberst im Oberkommando des Heeres

nach 1945: Brigadegeneral im Bundes„verteidigungs“ministerium, Amt für Beschaffung und Wehrtechnik

Karst, Heinrich

vor 1945: Soldat seit 1936; Ordonanzoffizier der 10. Infanteriedivision (mot.); 1945 Kommandeur der Heeresunteroffiziersschule

nach 1945: Inspizient für Erziehungs- und Bildungswesen im Truppenamt des Heeres in Köln; Brigadegeneral

Kessel, Karl

vor 1945: 1944 Oberstleutnant und Geschwaderkommodore im Kampfgeschwader 2; Ritterkreuz

nach 1945: Kommandeur der 6. Luftwaffendivision; Generalmajor

Klennert, Wolfgang

vor 1945: 1. Generalstabsoffizier der 278. Infanteriedivision

nach 1945: Inspizient Heeresrüstung im Truppenamt; Brigadegeneral

Kobe, Gerd

vor 1945: Oberstleutnant i.G.; 1. Generalstabsoffizier der 392. (kroatischen) Infanteriedivision

nach 1945: Kommandeur der 12. Panzerdivision; Generalmajor

Kopp, Erich

vor 1945: 1943 Kapitän zur See und Chef des Stabes; Gerichtsherr beim Admiral Kanalküste, Zweigstelle Cherbourg

nach 1945: Flottenadmiral und stellvertretender Inspekteur der Marine

Kopp, Walter

vor 1945: 2. Generalstabsoffizier und Quartiermeister des 14. Panzerkorps; 1942 1. Generalstabsoffizier des Ostwall-Baukommandos; 1945 Oberst in der „Alpenfestung“; Ritterkreuz

nach 1945: Verbindungsoffizier des Wehrbereichs-Kommandos VI, München, zu den politischen Parteien; Oberst

Krupinski, Walter

vor 1945: 1939 Fahnenjunker in der Luftwaffe; Jagdgeschwader 52; Hauptmann und Gruppenkommandeur; Ritterkreuz und Eichenlaub

nach 1945: Kommandeur des westdeutschen Luftwaffen-Ausbildungskommandos USA; Brigadegeneral

Meixner, Eberhard

vor 1945: 1937 Leutnant im Pionierbataillon 18; 1944 Oberst i.G. im Wehrwirtschafts-Rüstungsamt des Oberkommandos der Wehrmacht; hielt am 16. 7. 1944 vor den Mitarbeitern Sauckels eine Rede, in der er monatlich 70000 Tote des Feldheeres einkalkulierte

nach 1945: Verantwortlich für Planung und Organisierung von Alarmmaßnahmen im Notstandsfall; Vorsitzender der „Kameradschaft ehemaliger Eisenbahnpioniere“; Oberst

Middeldorf, Eike

vor 1945: 1936 Leutnant im Infanterieregiment 8; Generalstabsoffizier; 1944 bis Kriegsende Referent für Auswertung taktischer Erfahrungen im Oberkommando des Heeres

nach 1945: Chef des Stabes beim III. Korps; Brigadegeneral

Münch, Gerhard

vor 1945: 1943 Major; 1944 im Generalstab; Oberst im Oberkommando der Wehrmacht

nach 1945: Brigadegeneral im Truppenamt Köln

Ploetz, Hans von

vor 1945: Generalstabsoffizier im Reichsluftfahrtministerium; Chef des Generalstabes beim Kommandierenden General der deutschen Luftwaffe in Italien

nach 1945: Brigadegeneral bei der Vertretung der Bundesrepublik bei SHAPE

Rutz, Rudolf

vor 1945: 1936 Oberleutnant; Generalstabsausbildung; 1943 Oberstleutnant i.G.; bei Kriegsende beim Generalquartiermeister im Oberkommando der Wehrmacht

nach 1945: 1964 Dienstältester westdeutscher Offizier bei der Heeresgruppe Nord (NORSHAG) in Mönchengladbach; 1967 Leiter des Stabes Studien und Übung

Schall, Wolfgang

vor 1945: 1934 Fahnenjunker; zuletzt 1. Generalstabsoffizier der 10. Panzergrenadierdivision; bis 1955 in sowjetischer Gefangenschaft

nach 1945: 1967 Kommandeur der 2. Panzergrenadierdivision; Brigadegeneral

Schirmer, Gerhart

vor 1945: Fallschirmjäger; zuletzt Oberstleutnant; Ritterkreuz und Eichenlaub; in der Sowjetunion als Kriegsverbrecher abgeurteilt; 1955 an die Bundesrepublik übergeben

nach 1945: Chef der Heeresflieger des II. Korps; Oberst

Schulz, Siegfried

vor 1945: Generalstabsausbildung; danach Quartiermeister der 211. Infanteriedivision; 1. Generalstabsoffizier eines Armeekorps und Gruppenleiter in der Organisationsabteilung des Generalstabes des Heeres

nach 1945: Brigadegeneral; 1966Unterabteilungsleiter im Führungsstab des Heeres

Thomsen, Rolf

vor 1945: Marineflieger; Adjutant des Kampfgeschwaders 26; 1943 freiwillig zur U-Bootwaffe als Kapitänleutnant; bei Kriegsende Chef des U-Bootstützpunktes Bergen; Ritterkreuz; erhielt noch am 29.4.1945 von Dönitz das Eichenlaub

nach 1945: 1966 zur NATO versetzt; Leiter des Arbeitsstabes des BVM im „Spezial Comitee“ der NATO. Dieser Stab befaßt sich mit der Koordinierung der nuklearen Rüstung der NATO

Tzschaschel, Joachim

vor 1945: 1944 als Major vom Panzer-Artillerieregiment 74 in den Generalstab versetzt

nach 1945: 1964 dienstältester west-Saigon/Südvietnam; wurde vom Oberbefehlshaber der Ky-Truppen mit hohen Orden ausgezeichnet

Uechtritz, Otto

vor 1945: 1939 Hauptmann und Regimentsadjutant im Infanterieregiment 49; bei Kriegsende Oberstleutnant i.G.

nach 1945: Seit 15.1.1968 Kommandierender General des 1. Korps; Generalleutnant

Viebig, Hasso

vor 1945: 1934 Artillerieregiment III in Schweidnitz; während des Krieges Batteriechef; Generalstabsausbildung; Major i.G.

nach 1945: Oberst i.G. und Pressereferent; Stellvertretender Kommandeur der 10. Panzergrenadierdivision; Brigadegeneral

Wittmann, Jürgen

vor 1945: 1943 Major; zuletzt 1. Generalstabsoffizier einer Division

nach 1945: General der Führungstruppen im Truppenamt; Brigadegeneral

Wulff, Hermann, Dr.

vor 1945: 1934 freiwillig zur Reichswehr; bei Kriegsende Kommandeur des „Führer“begleitregiments, Ritterkreuz und Eichenlaub; Oberstleutnant

nach 1945: Kommandeur der ABC-Abwehr und Luftschutzschule; Brigadegeneral


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